Pot Odds und Pot Outs

Poker ist ein Glückspiel. Aber nicht nur! Denn Poker hat auch einiges mit Wahrscheinlichkeitsrechnungen zu tun. Alles wird hier nicht dem Zufall überlassen. Um beim Spiel eine Berechnung anstellen zu können, wie die Chancen sind, das Spiel und somit den Pot zu gewinnen, sollten zuerst einmal ein paar grundlegende Begriffe geklärt werden:

Pot Odds sind Berechnungen, die den Zweck haben, die Chancen auf den Gewinn des Pots zu ermitteln. Sie geben das Verhältnis zwischen dem zu leistenden Einsatz und der Potgröße, also dem letztendlichen Gewinn an.

Pot Outs sind Karten, die zum Erreichen des bestmöglichen Blattes dienen, die aber noch im Deck sind. Zum Berechnen des Pot Odds wird die Anzahl dieser Karten genötigt.

Nun geht es an die Wahrscheinlichkeitsberechnung. Sinnvoll sind solche Berechnungen erst dann, wenn man nach dem Flop die Chance auf ein gutes Blatt hat. So ein Blatt wird Draw genannt. Anhand eines Beispiels soll dies deutlich gemacht werden:

Eigene Karten: Herz As, Herz Dame
Flop: Herz 2, Herz 8, Pik 7

Auf der Hand hat man nach dem Flop noch gar nichts. Aber man hat die Chance im Turn oder im River ein Herz zu bekommen, somit also die fehlende Karte zum Flush. Nun kommt die Wahrscheinlichkeitsrechnung ins Spiel: Zuerst muss man die Pot Outs, also die Karten zählen, die noch im Deck sind und eben den Flush ermöglichen könnten. Dies sind Herz 3, Herz 4, Herz 5, Herz 6, Herz 7, Herz 9, Herz 10, Herz Bube, Herz König, insgesamt also neun Karten. Diese neun Karten sind nun die Outs. Um nun den Prozentsatz zu errechnen, der uns sagt, mit welcher Chance wir einen Gewinn erhalten könnten, muss eine Faustregel angewandt werden. Diese lautet:

Anzahl der Outs x 2 + 1 = Wahrscheinlichkeit in Prozent

In unserem Fall also 9 x 2 + 1 = 19 %. Damit wissen wir, dass es eine 19 %-ige Wahrscheinlichkeit gibt, dass eine der Herz-Karten im Turn oder Flop aufgedeckt wird.

Nun sollte man aber die Karten deswegen nicht gleich wegwerfen, nur weil die Prozentzahl sehr niedrig erscheint. Es kommt nämlich jetzt noch auf den Einsatz an, den wir bereit sind, maximal zu gehen, um den Pot eventuell doch noch zu gewinnen. Hier ist auch entscheidend, was der/die Gegner setzen. Auch das lässt sich berechnen:

Im Pot liegen in unserem Fall zum Beispiel 50 €, der Gegner setzt nach dem Flop 20 €. Nun liegt es an uns, ob wir callen oder aussteigen. Um dies zu ermitteln nehmen wir die Potgröße nach unserem gecallten Einsatz, also 50 € (bereits im Pot) + 20 € (vom Gegner) + 20 € (unser Einsatz) = 90 €. Nun wird der Prozentsatz, den wir soeben ermittelt haben, durch 100 geteilt und mit der Potgröße multipliziert:

19 % / 100 * 90 € = 17,1 €

Dies bedeutet, dass wir in diesem Fall aussteigen, weil wir laut Berechnung einen maximalen Betrag von 17 € bereits sind zu callen, müssten aber 20 € einsetzen.
Anders beim folgenden Beispiel:
Der Pot hat eine Größe von 100 €, der Gegner setzt 15 €, die Potgröße nach unserem Einsatz ist also 130 €.

19 % / 100 * 130 = 24,7 €

In diesem Fall ist ein callen möglich, da wir maximal 24 € laut Berechnung mitgehen dürften, der Einsatz aber bei 15 € liegt.

Zugegeben, das alles hört sich reichlich kompliziert an. Aber wenn man es ein paar Mal gemacht hat, dann geht es wie von selbst.

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